Warum züchten? Nicht einfach in zwei Sätzen zu beantworten… 

 

In den vergangenen Jahren und Jahrzehnten hatten wir neben den  Kindern, immer mehrere Hunde. Sie waren ein fester Bestandteil der Familie. Zusätzlich dann auch noch Pflegehunde aus der Türkei .

 

Sie alle haben unser Leben unglaublich bereichert und wir haben auch viel gelernt. Teilweise wurden wir allerdings auch an unsere Grenzen gebracht.

 

Beim Menschen sagt man, sind die ersten drei Jahre für das spätere Leben am Wichtigsten. Das sogenannte Urvertrauen muss sich entwickeln können.

 

Beim Hund ist es nicht anders. Schon die äußeren Umstände der Trächtigkeit üben einen enormen Einfluss auf das spätere Verhalten beim Welpen aus. Die Prägung in den ersten Lebenswochen – die in die Zeit beim Züchter fallen – ist von großer Bedeutung für das spätere Sozialverhalten und ein gefestigtes Wesen.

 

Ich möchte ein solides Fundament errichten, auf dass der zukünftige Besitzer dann aufbauen kann.  

 

Wir hatten Hunde von sogenannten Vermehrern, vom Wühltisch, aus dem Tierheim, vom Züchter und aus dem Tierschutz – die Unterschiede im späteren Umgang sind riesig.

 

Mit Tom, einem Collierüden, den wir mit ca. 6 Wochen bei einem Bauern aus einer Holzkiste geholt haben, habe ich mehrere Wochen auf einer Matratze im Wohnzimmer geschlafen um ihn überhaupt an Menschen zu gewöhnen.  Bei den Hunden aus dem Tierschutz waren die Baustellen nicht weniger.

 

Wobei man natürlich auch da differenzieren muss.

 

Familienhunde die aufgrund widriger Umstände bei der  Tierhilfe gelandet sind und aufgelesene Straßenhunde  sind nicht vergleichbar und stellen völlig unterschiedliche Anforderungen an den neuen Besitzer.

 

Man weiß nie welche Erfahrungen jeder einzelne von ihnen bisher gemacht hat und wie sie in Situationen reagieren, man bekommt praktisch eine Wundertüte.  Was natürlich nicht immer etwas schlechtes ist. Manchmal ist in diesen Tüten ein wahrer Schatz, aber manchmal ist man dann auch einfach richtig enttäuscht weil man sich etwas anderes gewünscht hätte. Oder man ist schlichtweg überfordert mit dem traumatisierten Hund.

 

Das soll sich jetzt auf keinen Fall gegen den Tierschutz  und die vielen engagierten Helfer richten, die nicht unerhebliche Zeit und finanzielle Mittel zur Hilfe investieren. Ich habe die allergrößte Hochachtung vor dem  Einsatz für diese armen Wesen.

Nur muss man damit rechnen, erhebliche Zeit aufwenden zu müssen, um die Defizite der Prägungsphase aufzuarbeiten. Auf manchen Gebieten gelingt dies nie.   

 

Künftige Familienmitglieder (und nur als solche werden Welpen von mir abgegeben) sollten den bestmöglichen Start ins Leben bekommen um bestmögliche Lebenspartner des Menschen zu werden. Dies halte ich bei einer liebevollen, kompetenten Hausaufzucht für gegeben.

 

Warum Collies? Im Laufe der Zeit und der Hunde hat sich gezeigt, dass das hochsensible, sanfte und liebe Colliewesen am besten zu mir und meinem Alltag passt. Einfach nur Traumhunde. Halt wahre Engel :)

Und nein, ich muss gestehen, ich habe früher nicht, wie viele andere Colliezüchter, Lassie geschaut, sondern Flipper ;)

 

Durch den Umgang mit den Dackeln und Herdenschutzhunden nicht verwöhnt, muss ich sagen, es ist auch einfach schön, wenn ein Hund kommt, wenn man ihn ruft ;)

 

Der Gedanke daran zu züchten, kam auch endgültig erst mit meinen jetzigen Collies.  Wir hatten zwar in der Vergangenheit schon ein Collie- und ein Dackelpärchen, aber Tyra, das Colliemädchen, mochte nicht Tom den Colliemann, sondern ihre große Liebe war Alfons, der Dackel. Tom hatte nie die geringsten Chancen bei ihr. Von daher hat sich die Frage von Nachwuchs zu diesem Zeitpunkt nie gestellt.

 

Amy, Bibi und Theo,  unsere drei Collies   sind einfach nur Glücksgriffe. Alle drei kommen aus liebe- und verantwortungsvoller Aufzucht. An dieser Stelle vielen Dank dafür an Michaela Voß (Kaymara Collies) und Julia Unterstenhöfer (Collies of the biscuitbox).

 

Dazu kam das Schicksal mit den besten Gesundheitswerten zu Hilfe. Das sich mit MDR1 (einer teilweise lebensbedrohlichen Medikamentenunverträglichkeit), CEA (einer Beeinträchtigung des Sehvermögens) und DM (eine schwerwiegende Erkrankung des Rückenmarks)  eine nicht unbedeutende Problematik bei den Collies entwickelt hatte, war bis dahin völlig an mir vorbei gegangen.

Da ich meine Hunde eher nach dem "Liebe auf den ersten Blick" Prinzip auswähle, habe ich da mehr Glück wie Verstand gehabt.

 

Kaymaras Authentic Angel (Amy) ist die Namensgeberin dieser kleinen Liebhaberzucht. Ich denke, er passt wie kaum ein anderer zu diesen wundervollen Wesen - den Collies.